Planen für Kinder

Kinderhaus in Zotzenheim

Was brauchen Kinder, die sich in der Situation befinden, dass sie in eine Kinderwohngruppe kommen, vielleicht aus ihrer Familie herausgenommen werden, ihr Zuhause verlassen mussten?

Die Kinder benötigen vor allem Sicherheit, das Gefühl von Geborgenheit, Wärme in einer Gemeinschaft und die Möglichkeit, zu sich finden zu können.

Wir wollten also ein neues Zuhause für die Kinder gestalten, ein Zuhause in dem sie sich wohl und sicher fühlen.

Ein Zuhause, in dem man loslassen, entspannen und ankommen kann.

 

Vorgefunden haben wir ein Gebäude mit einem immensen statischen Schaden, mit Rissen in den Wänden, durch die man hindurchsehen konnte! Das Haus sah und war also alles andere als sicher.

Der Ausbau des Zweifamilienhauses war lieblos und in mangelnder Qualität ausgeführt.

Es gab zu wenige Räume für neun Kinder, also wurden die Raumzuschnitte verändert.

 

Bei solch einem Gebäude mit einer vorhandenen Struktur sind die wesentlichen Gestaltungselemente die Lichtführung, die Materialien und vor allem die Farben.

 

Wegen der unterbelichteten Zimmer wurden neue, größere Fenster eingebaut, um eine helle,  freundliche Atmosphäre für die Kinder zu schaffen.

Fenster mit einer tiefen Brüstung, mit einem Bezug zur Erde, zum Boden, mit breiter Fenster-bank, dass  man darauf sitzen, hinausschauen und den Regen beobachten kann ohne die Gefahr, aus dem Fenster zu fallen.

Nun strahlt die Sonne durch die schmalen hohen Fenster bis tief in den Raum hinein und die Schatten am Boden zeigen den Sonnenlauf.

 

 

Farb- und Materialkonzept

 

Die eingesetzten Materialien sind gesund, ökologisch, haltbar und sollen natürlich auch wirtschaftlich sein. Zum Beispiel der Linoleumbelag, der die Raumstimmung durch seinen warmen Farbton unterstützt und festen Halt unter den Füßen bietet.

Die Wände, im Gemeinschaftsbereich mit einer fast künstlerischen Lasurtechnik gestaltet, berühren mit ihrer lebendigen Farbigkeit die Kinder seelisch.

In mehreren Schichten wurden unterschiedliche transparente Farbtöne wie in einer Aquarelltechnik auf einem weißen Grund aufgetragen und bringen so die Wand zum Leben. Die Farbe klebt nicht auf der Wand wie bei einem deckenden Anstrich, sondern schwebt leicht vor der Wand, es gibt Farbperspektiven, unterschiedliche Farbtemperaturen, Farbnuancen je nach Licht, Tages- oder Kunstlicht, nach Witterung und Stimmung. Der Farbton ändert sich mit der Betrachtung und nimmt so eine Beziehung zum Kind auf, die Wand spricht zu  ihm. Die Farbverläufe und Farbspannungen im Treppenhaus sind wie eine Seelenmassage, wenn man sich hindurchbewegt.

 

So unterstützt die Architektur mit ihren Elementen die pädagogische Arbeit.

 

Gestaltung verschiedener Räume in der Kinder-Notaufnahme in Mainz

Die Kinder-Notaufnahme Mainz bietet bis zu 15 Kindern und Jugendlichen eine sichere Unterkunft, die Aufgrund einer akuten Notsituation nicht in ihrer Familie verbleiben können.

Für die entwurzelten, teilweise sehr kleinen Kinder soll unter anderem ein Raum zur Entspannung und des sich Findens geschaffen werden. Die Empfindung von Wald/Lichtung soll Ruhe und Geborgenheit, aber auch Sinnlichkeit erzeugen. So sieht das Konzept mehrere „echte“ Baumstämme vor, die im Raum

eingebaut und mit Podesten umbaut werden. Der Raum gliedert sich so in verschiedene Zonen.

Ein Wollfilzbelag, der sich bis auf die Wände hochzieht, gibt dem Raum eine eingedämpfte Akustik und haptisch eine wärmere Qualität. Durch die Möglichkeit die Lichtstimmung des Raumes zu wechseln werden verschiedene Empfindungen geweckt. Von kaltem, sehr hellem Tageslicht über warme Abendsonne bis hin zur Nachtstimmung mit Sternenhimmel ist alles möglich.

 

 

Rede zur Einweihung der Kinder- und Jugendwohngruppe der KJH St. Hildegard in Ockenheim am 17.07.2015

Die Umbauarbeiten vom ehemaligen Mehrfamilienhaus zum Kinder- und Jugendwohngruppe sowie Umgestaltung des Außengeländes fanden von September 2014 bis Juli 2015 statt.

 

Liebe Kinder und Jugendliche,
liebe Mitarbeiter,


zunächst mein Dank für die sehr vertrauensvolle, unkomplizierte und offene Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den Hausmeistern zum Wohle der Kinder! So konnte auch der Kostenrahmen eingehalten werde!


liebe Freunde und Anwesende,
liebe Handwerker,

 

Was weihen wir ein?

  • Ein Haus für Kinder und Jugendliche. Ein Haus, welches für eine gewisse Zeit eine Heimat für die Kinder sein soll.

Was ist Heimat?

  • Mit Heimat verbinden wir Orte in unserer Kindheit
  • Orte an denen wir intensive Erlebnisse hatten
  • Erlebnisse, die EIN-DRUCK - im wahrsten Sinne des Wortes – hinterliesen
  • Einen Eindruck für das Leben
  • Erlebnisse, die wir so als Erwachsener nicht mehr erleben
  • Es ist der Geruch der Wohnung bei Oma
  • Der Lichtschein, wie er durch das Sprossenfenster fällt
  • Die Tapete im Wohnzimmer, die beeindruckt
  • Die verwunschenen Ecken auf dem Dachboden
  • Die Beeren oder der Kirschbaum im Garten

Es sind die Sinneseindrücke

  • Die uns aufwachen lassen
  • Die uns prägen
  • Die uns Halt und Geborgenheit geben
  • Die uns verorten und verbinden
  • Die uns Heimat sind!

 

Diese Erlebnisse tragen uns durch das gesamte Leben!

Unsere Aufgabe als Architekten und Innenarchitekten ist es Räume, Häuser und Gärten zu gestalten oder im Bestand umzugestalten und weiterzuentwickeln. Wichtig ist, dass die Funktionen erfüllt sind, dass das Leben in den Räumen gut organisiert ist, damit das Leben möglichst ohne Störung und konfliktfrei sich entfalten kann. Das ist die Basis.

 

Wir wollen jedoch noch mehr: Wir sehen die Entwicklung der Kinder! Wir müssen aus Liebe und Empathie zu den Kindern so gestalten, dass wir lebendige Sinneseindrücke hinterlassen. Eindrücke, die Spuren hinterlassen, die vielleicht dazu beitragen, Heimat zu empfinden. Sinneseindrücke, die verwurzeln.

Gehen Sie durch die Flure und Treppenhäuser! Spüren Sie den Eindrücken nach!

Damit auch der Garten Sinneseindrücke hinterlässt, möchte ich den Kindern und Erziehern, Kräuter und Beerensträucher, Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren für den Garten spenden.

Wegen der Hitze werden wir dies jedoch erst im Herbst einpflanzen können. Der kleine Kräuterkasten ist der erste Baustein.

 

Mögen die Kinder hier Heimat erleben!

 

Martin Riker

Umbau eines Frisörsalons zu einer Kinderkrippe in Mainz

Ein nur 55qm großer Frisörsalon im Herzen von Mainz sollte im Auftrag des Kinderschutzbundes Mainz zu einer Kinderkrippe für 10 Kinder von 1-3 Jahren umgebaut werden. Die Fensterelemente wurde abgebrochen, neu gegliedert und eine neue Eingangssituation geschaffen. Nach neuesten Richtlinien und Hygienevorschriften wurde eine Küche eingerichtet und ein Bad nach ergonomischen Gegebenheiten der Nutzer eingebaut.

Die individuell gefertigten Möbel in hellen Farbtönen harmonieren mit der duftig anmutenden Wandlasur und dem lebhaften Linoleum- und Korkboden.

Neubau einer Kindertagesstätte in Friedelsheim-Gönnheim

Die geschwungene Gestalt des Grundrisses im Zentralraum führt durch das Gebäude. Die Gruppenräume schließen sich an den Zentralraum wie Blätter an einen Blumenstiel an. Sie bilden mit ihren rechtwinkligen Grundrissen einen Gegensatz zu der fließenden Form der großen Flurwand. So wird die Struktur sowohl für das Kind als auch den Erwachsenen eindeutig erlebbar.

 

Die Gruppenräume bieten viel Schutz und Geborgenheit. Die Brüstungen der Fenster sind in unterschiedlicher Höhe angeordnet. So schließt sich der Raum durch höhere Brüstungen. Dadurch können sich die Kinder auf ihre Tätigkeit konzentrieren und werden nicht vom Geschehen im Außenbereich abgelenkt. Zum anderen laden die niederen Fensterbänke zum darauf Sitzen ein, um z.B. den Regentropfen nachzuträumen. So entsteht eine Brücke nach Draußen.

Die vielgliedrige Teilung der Fenster lässt den Lauf der Sonne in den Gruppenräumen am Schattenbild erleben.

 

Dies sind nur einige Gesichtspunkte zur Architektur. Insgesamt bietet der Kindergarten reichhaltige Sinnes-Erlebnisse und Erfahrungen und ist impulsgebend und fördernd für die Entwicklung der Kinder.

 

Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Otto entstanden.

Kinder- und Jugendheim Heddersdorfer Berg

Eine Heimat für Kinder

 

28 Kinder und Jugendliche, die hier ein neues Zuhause erhielten, kommen zum Großteil aus schwierigen sozialen Verhältnissen und haben Erziehungs- und Schulprobleme, teilweise leiden sie auch an psychischen Störungen.
Die Architektur und insbesondere die Innenraumgestaltung soll die pädagogische Arbeit unterstützen. In vielen Partizipations-Projekten mit den Kindern, Jugendlichen und Erziehern wurden die Bedürfnisse herausgearbeitet. Anschließend gemeinsam mit den Erziehern Raumqualitäten für alle Bereiche definiert. Als Schwerpunktthema entwickelten sich die Qualitäten Geborgenheit, Sicherheit, Wärme sowie Offenheit und Freiheit, diese galt es durch  Bewegung und Rythmus lebendig zu gestalten.

So wurden Räume geschaffen, die die Entwicklung der Kinder auf allen Ebenen unterstützen. Auf der physischen  Ebene durch gesunde Materialien, auf der Gefühlsebene durch lebendige, differenzierte Sinneseindrücke, auf der geistigen Ebene durch Räume, die zur Erfahrung der eigenen Individualität anregen.

 

In Zusammenarbeit mit Miguel Martinez.

Waldorfkindergarten Mainz-Finthen

Das ehemalige Wasserwerk in Mainz - Finthen wurde in einen Waldorfkindergarten für eine Krippengruppe, eine Gruppe für Zweijährige und zwei Regelgruppen mit Versorgungsküche umgestaltet. Trotz einer Planungs- und Bauzeit von nur 9 Monaten und einer knappen Budgetierung von 700 TEUR wurde eine maximale Gestaltungsqualität erreicht.

Durch das neue, schutzgebende Dach, der rhythmischen Fenstergliederung und der selbstbewussten Farbgebung wurde eine sinnes-schulende Obhut geschaffen. Eine fließende Struktur ist mittels runder Wände im Inneren entstanden. Dreidimensional geformte Akustikdecken vermitteln Geborgenheit und bilden Zonen. Die sensible und differenzierte Farbgestaltung stützt die Gebäudegliederung und schafft die emotionale Verbindung zur Architektur.

Weitere Projekte

z.B. für den Deutschen Kinderschutzbund (Orts- und Kreisverband Mainz) und die Stiftung Juvente in Mainz.